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Was bedeutet
für Sie, gnädige Frau, die Schaffung des
Hugues-Capet-Preises ?
Dieser Hugues-Capet-Preis
stellt für mich die kapetinger Einheit dar.
Heutzutage tauchen so viele widerspruchsvolle, die
Welt teilende Ideen auf, sodaß dies die
Einheit zwischen denjenigen erfordert, die die
gleiche Tradition pflegen. Diese Tradition verleiht
ihnen Kraft, gilt aber auch als moralisches,
religiöses und politisches Exempel. Ich freue
mich, daß Herr Auclair diesen Preis ins Leben
rief, um die wunderbaren Werke unserer Historiker
zur Geltung zu bringen, in einer Zeit in der es gut
tut, sich daran zu erinnern, was die Kapetinger
Frankreich hinterließen.
Ist die Prinzessin
von ihrem so schnellen Erfolg bei den Medien
überrascht ?
Ich bin vom Erfolg dieses
Preises angenehm überrascht, in einer Zeit in
der die Wissenschaften und die Technologie uns in
einen erdrückenden Materialismus zwängen.
Dies veranschaulicht, daß die
Öffentlichkeit ein dringendes Bedürfnis
empfindet, im Aufbau unseres Landes eine
historische Logik wiederzuerkennen.
Wie gestalten sich
die Beratungen der Jurymitglieder ?
Wir sind zwölf
Jurymitglieder und treffen uns jedes Jahr in einem
kleinen, bezaubernden Salon des Pavillon
Elysée. Die Vielfältigkeit der
Persönlichkeiten und die verschiedenen
Berufungen, seien sie literarischer,
journalistischer oder theatralischer Art, vereinen
uns hier in der gleichen Leidenschaft, der
Geschichte. Die Besprechungen betreffend dem zu
verleihenden Preis verlaufen äußerst
lebhaft und manchmal lustig, in einer stets
herzlichen Atmosphäre. Aufgrund verschiedener
Meinungen sind jedesmal mehrere
Gesprächsrunden erforderlich, bevor
entschieden wird, wer der Preisträger des
Jahres wird.
Was denken Sie,
gnädige Frau, von den ersten Preisträgern
?
Ich bin sehr
glücklich über die Preise, die wir
verliehen haben, aber es betrübt mich,
daß wir nicht jedes Jahr mehrere Kandidaten
belohnen können. In der Tat liegen uns jedes
Jahr zahlreiche sehr wertvolle Bücher
vor.
Welche sind die von
der Prinzessin bevorzugten Könige und
Königinnen ?
Wir haben mehrere
Gemälde von Heinrich IV und seit meiner
Kindheit war er Teil meines Lebens. Während
meiner Jugend war ich sehr übermütig, und
ich erinnere mich der Blicke des "Guten Königs
Heinrich", die meine Augen fixierten nach jedem
meiner Streiche, und ich gestehe, daß mir das
sehr unangenehm war. Ausgenommen Louis-Philippe,
dem Großvater meines Großvaters, den
wir innerhalb der Familie "Bon Papa" nannten, mag
ich auch gerne Franz I., den ich als Kind
anläßlich unzähliger Reisen mit
meinen Eltern zu allen Schlößern der
Loire kennenlernte. Was die Königinnen
betrifft, so hege ich viel Zuneigung für
Blanche von Kastilien, die eine
außergewöhliche Frau war, und zu Anne
von Kiew, von der ich hoffe, daß bald ein
Historiker eine Biographie über ihr
aufregendes Leben schreiben wird.
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